Mit der Adobe Digital Publishing Suite können Sie Ihre iPad-Publikation auch problemlos für Android veröffentlichen. Mit dem Viewer Builder erstellen Sie eine App mit eigenen Logos und laden Sie dann in den Android Market hoch. Doch bei den Folios gibt es Unterschiede zwischen dem Google Betriebssystem und iOS zu berücksichtigen. Ich habe Ihnen hier die wichtigsten zusammengestellt:
- Das Seitenverhältnis
- Scrollmöglichkeiten
- Videos
- HTML-Animationen
Das Seitenverhältnis
Fast alle Android-Tablets haben ein Seitenverhältnis von 16:10 und dabei verschiedene Auflösungen. Verbreitet sind 1024 x 600 und 1280 x 800. Zumindest in der höheren Auflösung funktionieren Ihre iPad-Folios in der Größe 1024 x 768 mit Einbußen auf dem Android. Der komplette Inhalt ist sichtbar, an den Seitenrändern gibt es jedoch zwei große schwarze Balken. Diese stören auf dem Tablet zwar weniger, als ich befürchtet hätte. Optimal sind sie für Ihre Leser aber nicht. Abhilfe schafft nur, ein Folio in den richtigen Seitenverhältnissen bereit zu stellen. Dokumente mit dem Seitenverhältnis von 1024 zu 600 werden auf die großen Android-Tablets (zum Beispiel das Motorola Xoom oder das Asus EeePad) hochskaliert.

4:3-Artikel erscheinen auf Android-Tablets mit schwarzen Balken am Rand. diese können Leser zum blättern durch die Artikel verwenden.
Scrollmöglichkeiten
Auch bei den Folios, die Sie in 4:3 gesetzt haben, können Ihre User am Rand scrollen. Es ist ratsam, Ihre Benutzer darauf hinzuweisen: bei ganzseitigen “Pan & Zoom”-Features können sie beispielsweise — im Gegensatz zur Steuerung auf dem iPad — nicht auf die nächste Seite blättern. Über die Seitenränder gelingt es dennoch.
Videos
Videos sind ein besonderes Problem in Android. Sie können Filme derzeit nur im Vollbild ablaufen lassen, auch wenn Sie im Overlay Creator die entsprechende Option deaktiviert haben. Unglücklicherweise kann man ein gestartetes Video auf Honeycomb & Co. leider nicht mehr stoppen. Lesern bleibt nur die Möglichkeit ein Video vorzuspulen, um es zu beenden. Dafür sollten sie ihnen wenigstens die Steuerelemente (Spulen, Vor und Zurück) über den Overlay-Creator aktivieren.

Ein Folio mit eingebundenem Video auf dem iPad...

... und das selbe Video im selben Folio auf dem Eee Pad Transformer mit Android 3.2.
Aus dem Grund rate ich im Moment davon ab, allzu lange Videos in Folios für Android-Geräte einzubauen.
HTML-Animationen
Auf unserem Testgerät haben wir bemerkt, dass nicht alle HTML5-Animationen auf dem Android-Tablet richtig funktionieren. Mit Adobe Edge erstellte Webelemente laufen auf dem iPad wie erstellt ab. Auf Android jedoch wird einfach das letzte Frame der Animation eingeblendet — mittels eines Überlenden-Effekts. Hier gibt es bestimmt noch Verbesserungsmöglichkeiten, indem man Animationen von Hand schreibt oder auf neue Versionen von Edge wartet. Möglicherweise liegt der Fehler aber auch an der mangelnden Performance unseres Testgeräts. Sie dürfen aber nicht vergessen, dass ein Großteil Ihrer Leser auch nicht immer das neuste und schnellste Tablet besitzt.

Die Animation wird auf dem iPad korrekt angezeigt. Das Teaser-Panel sinkt zum Meeresgrund. Auf dem Android Tablet wird das Panel einfach eingeblendet (siehe erstes Bild dieses Artikels)
Fazit
Wer Folios für iOS und Android veröffentlicht, sollte sich trotz aller Kompatibilität auf ausgiebige Test-Sessions vorbereiten. Außerdem werden wir mittelfristig nicht darum herum kommen, für jedes Format ein eigenes Folio zu erzeugen und gezielt auf die Unterschiede zwischen Android und iPad einzugehen. Ein erster Schritt wäre es, für Android wenigstens das Dokument-Format zu ändern um dort zum Beispiel fehlerhafte Animationen zu entfernen oder Videos zu kürzen.
Links
- elektrospieler im Android Market
- elektrospieler im Apple App Store
- In-App-Käufe im Android-Market einrichten